Dual CH Banchory Bolo

Wer lernt am meisten?

Dual CH Banchory Bolo (Gemälde von W. Binks)

Intensive Suche

Nach dem Tode ihres ersten Labradors Scandal of Glynn, der im Jahre 1917 im Alter von erst fünf Jahren einer Infektionskrankheit erlag, suchte Lorna, Countess Howe verzweifelt mach einem Labrador, der imstande sein sollte, die große Lücke zu schließen. Ihr Mann brachte sie schließlich auf Banchory Bolo, Er war der einzige Rüde aus dem dreizehn Welpen starken einzigen Wurf, bei dem Scandal of Glynn Deckrüde gewesen war. Nach intensivem Suchen fanden sie Banchory Bolo.

Schwieriger Start ins Leben

Er hatte mehrere Besitzerwechsel hinter sich und an ihm waren zahlreiche, sonst erfolgreiche Hundetrainer gescheitert. Der damalige Besitzer war froh, ihn los zu werden. Er bot ihn Lorna, Countess Howe mit der Maßgabe an, dass sie alles mit ihm tun könne, einschließlich einschläfern. In der Tat hatte Banchory Bolo in seiner Laufbahn schon viel angestellt und zeigte sich als kaum regulierbar.

Kaum zu glauben

Highlands

Im Februar 1918 übernahm Lorna, Countess Howe mit großer Zuversicht den mißmutigen und übelgelaunten Hund. Als sie zuhause die Leine abnahm, traute sie ihren Augen nicht und war entsetzt über sein Verhalten. Der Hund war so von Angst besessen, dass es fast eine Stunde dauerte, ihn in einem kleinen Zimmer wieder einzufangen. Da Banchory Bolo sich auf der Reise eine Erkältung zugezogen hatte, war er zunächst einmal drei Wochen krank. Während der Pflege gewann er zunehmend Vertrauen zu seiner neuen Besitzerin.

Jagdausbildung

Nachdem er wieder genesen war, begann sie mit der Jagdausbildung. Der erste Lehr- und Lerngegenstand war “steadyness”. Standruhe. Lorna, Countess Howe fuhr mit dem Hund nach Schottland. Sie brachte ihm, der sofort lospreschte, wenn sich nur etwas bewegte, Standruhe dadurch bei, dass sie von einem fahrenden Pferdewagen aus Hasen schoss. Nach ihrer Überzeugung entwickelte sich Banchory Bolo vom schusshitzigsten Hund zu einem mit der größten Standruhe, die sie jemals erlebt hatte.

Ein steiniger Weg

Shire Horses und The Suffolk Punch, alte traditionelle englische Pferderassen

Auch der Weg zur Teilnahme an Field Trials war nicht ohne Hindernisse. Das Vorbereitungstraining fand in Shropshire statt. Als sich eines Abends Lorna, Countess Howe mit Banchory Bolo in der Nähe eines Pferdestalls aufhielt, in dem ein Stalljunge mit der Peitsche knallte, brach die alte Angst des Hundes wieder auf. Er ergriff panikartig die Flucht.

Nach stundenlangem erfolglosen Suchen bis zur Mitternacht gab Lorna, Countess Howe schließlich auf und legte sich zur Ruhe, ließ jedoch die Tür offen. Gegen fünf Uhr morgens kehrte Bolo zurück und legte sich in seinen Korb. Jeder kann nachvollziehen, wie entsetzt Lorna, Countess Howe war, als sie beim Aufstehen eine große Blutspur entdeckte, die von einer Brustwunde herrührte, die bis auf das Brustbein ging. Ihr wurde geraten, den Hund zu euthanasieren, jedoch alles in ihr streubte sich. Der nächste Tierarzt lebte 8 Meilen entfernt, es gab kein Telefon, vermutlich war er gar nicht zuhause. So entschloss sich Lorna, Countess Howe, die Versorgung der Wunde selbst zu übernehmen. Mit 23 Stichen vernähnte sie die Wunde dieses Hundes, der ohne Betäubung sich absolut still verhielt.

Dual CH Banchory Bolo
Gemälde von Ward Binks: Dual CH Banchory Bolo 

...zum Erfolg

An Field Trials war in jener Saison natürlich nicht mehr zu denken. In der folgenden Saison wurde Bachory Bolo jedoch Field Trial Champion und kurz darauf Show Champion. Damit war er der erste Labrador, der Dual Champion wurde. Verfolgt man die heutigen Labradorlinien nur weit genug zurück, so wird man feststellen, dass Banchory Bolo einer der großen Urahnen dieser Rasse ist.

Dieser Text basiert auf den eigenen Ausführungen von Lorna, Countess Howe, die sie in ihrem Buch The Labrador Retriever veröffentlicht hat. Im Originalwortlaut folgt nun ihre Wertschätzung dieses außerordentlichen Hundes:

Whilst I am writing about training and teaching I cannot leave out my Dual CH Banchory Bolo. I think it is only fair to such a great Labrador that he should be paid tribute to and made known as a dog who could train and handle human beings, because through my intimate knowledge and personal devotion to him I certainly learnt more from him than he did from me.”

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