The Ideal Retriever

Vicent Routledge mit FT CH Hallingbury Pidgeon (vorn)
und FT CH Hallingbury Blackbird
Hallingbury

Vincent Routledge gehört zu den frühen Mitgliedern des englischen Labrador Retriever Clubs. Wie andere Besitzer mehrerer Labrador Retriever brauchte er Unterstützung bei der Ausbildung. So hatten viele große Kennel , wie auch Lorna. Countess Howe, Hundeausbilder als Angestellte oder man gab die jungen Hunde in die Obhut von Jägern (Gamekeeper) beziehungsweise professionellen Trainern.

Als passioniertem Jäger war es Routledge wichtig, dass insbesondere der junge Hund nicht schon vor der ersten Jagdsaison verdorben wird. Da er neben seinem Beruf selbst nicht die Zeit hatte, seine eigenen Hunde zu trainieren, gab er den professionellen Trainern, die er engagierte, Aufzeichnungen an die Hand. Sie wären in Vergessenheit geraten, hätte sie nicht sein Sohn Guy Routledge im Jahr 1965 als kleines Büchlein drucken lassen. Er erkannte, dass die Ausbildungsgrundsätze seines Vaters nicht überholt, sondern höchst aktuell sind.

Im ersten Teil geht Vincent Routledge auf die notwendigen Qualitäten des Hundes ein. Der zweite Teil widmet sich dem Hundeführer bzw. der Hundeführerin.

Nose – Brains – Determination – Mouth

Die Nase steht an erster Stelle, weil es die Hauptaufgabe des Retrievers ist, seinem Menschen das Wild zu bringen, was er selbst nicht finden kann. Routledge selbst würde keinen Hund zur Zucht einsetzen, dessen Geruchsfähigkeiten schlecht entwickelt sind. Er warnt davor, dem jungen Hund durch dauerndes Abpfeifen und zu viel Reglementieren zu verwehren, seine jagdlichen Instinkte zu entwickeln.

Fast gleichbedeutend mit der Nase ist für Routledge Brains, also Intelligenz. Brains steht an zweiter Stelle. Auch wenn Intelligenz schwer zu definieren ist, sieht jeder Beobachter sofort, ob ein Hund in der Lage ist seinen Geruchssinn effektiv und strategisch einzusetzen.

Determination (Finderwille), ist die Verhaltensweise eines Hundes, so lange systematisch und zielgerichtet zu suchen, bis er das verloren gegangene Stück Wild gefunden hat und apportiert.

Mouth steht an vierter Stelle. Ein sanfter Fang und Griff sind unentbehrlich für einen guten Jagdhund. Das Wildbret soll nicht gequetscht oder gar angeschnitten sein. Es handelt sich in der Tat um ein hochwertiges Nahrungsmittel.

Delivery to Hand: “As you get on in years nothing is more annoying than to have to take the bird from somewhere about the level of the dog’s feet.”
Style and Pace

Darüber hinaus sind Style uns Pace sehr erwünschte Sekundärtugenden. Stil geht mit in die Bewertung bei Field Triels ein, ebenso Zügigkeit. Damit ist nicht Schnelligkeit um jeden Preis gemeint.

Obedience and Delivery

Natürlich setzt Routledge für jeden Labrador voraus, dass er gehorsam ist (Obedience) und einwandfrei apportiert (Delivery).

Wenn ein Hund nicht die ersten vier primären Fähigkeiten hat, sollte er nach der Überzeugung von Vincent Routledge nicht als Jagdhund eingesetzt werden, sondern ein liebenswerter Familienhund werden. Zeigt er eine gute Mischung aller gennanten Tugenden ist er in seinen Augen ein idealer Retriever.

Handling

Auch wenn der Hund seine Grundausbildung von einem professionellen Trainer erhalten hat, müssen alle Fähigkeiten durch kontinuierliches Üben für den Jagdeinsatz gepflegt werden. Vincent Routledge war ein großer Förderer von Field Trials. Diese Wettbewerbe im realen jadglichen Einsatz sind besonders zuchtrelevant, da sie die ererbten Fähigkeiten eines Retrievers offenbaren.

Größter Erfolg

Vincent Routledge war es eine große Freude und Ehre, dass Field Trial Chamipion (FT CH) Hallingbury Blackbird im Jahr 1962 das prestigereiche Field Trial der International Gundog League Retriever Society auf Sandringham in der Gegenwart von Queen Elizabeth II gewann.

Sandringham 1962

Quelle für Text und Fotos: Vincent Routledge. The Ideal Retriever. A.a.O.

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